Clevere Haustechnik

Quelle: „sdecoret /shutterstock.com“

Schlagworte wie „intelligentes Haus“ oder „Smart Home“ begleiten uns seit einigen Jahren. Es geht um sinnvolle Vernetzung unterschiedlichster, bisher unabhängig voneinander arbeitender Geräte und Funktionen. In die Forschung wurde stark investiert, so gab es schon zur Jahrtausendwende Modellprojekte wie das „tele-Haus“ in Neubiberg bei München: Erbaut wurden zwei Doppelhaushälften. Die eine war Plattform zur Erforschung integrierter Kommunikationssysteme und wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Die andere, genannt „VisionWohnen“, überprüfte die nebenan entwickelten technischen Lösungen auf Praxistauglichkeit. Ähnlich sind „inHaus“ 1 + 2 der Fraunhofer-Gesellschaft in Duisburg angelegt. Ziel: Welche technischen Lösungen führen zu einer sinnvollen Gebäudeautomation? Grundsätzlich einbeziehen lässt sich heute eine Vielzahl von Einzelkomponenten: Licht, Beleuchtung und Beschattung, Heizung und Lüftung, Sicherheit und Alarm, Kommunikation und Unterhaltung, die Steuerung von Hausgeräten wie Kühlschrank/Gefriergerät, Backofen und Waschmaschine. Sämtliche Funktionen lassen sich in der Gebäudeautomation übergreifend vernetzen, Haus oder Wohnung sind auf Knopfdruck regierbar. Das ist dann mehr als technische Spielerei, wenn es um Einsparung von Energie und einen hohen Sicherheitsstandard geht.

Alles auf einen Schlag
Zur technischen Gestaltung der Vernetzung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Drahtlos mit Funktechnik oder Infrarottechnik,
  • über die vorhandenen Netzspannungsleitungen mit Powerline und
  • über sogenannte Bussysteme wie zum Beispiel dem Europäischen Installationsbus (EIB).

EIB-Technik verbindet im Gebäude alle Sensoren und Aktoren miteinander und überträgt digitale Steuersignale für die jeweiligen Komponenten. Sensoren sind u. a. Temperaturfühler, Bewegungsmelder, Brandmelder. Aktoren sind Motore und
Schalter. Auf den ersten Blick erscheint ein solches System sowohl aufwändig als auch kompliziert – was nicht sein muss. Das komplette System lässt sich über den Computermonitor oder über das TV-Gerät kontrollieren und programmieren, die einzelnen Komponenten werden über Schalter an den Geräten, eine Fernbedienung oder vom Handy aus bedient. Auch wer unterwegs ist, kann Funktionen zu Hause aktivieren und deaktivieren. Oder während des Urlaubs eine Systemabfrage starten, um zu kontrollieren, ob der Backofen tatsächlich ausgeschaltet und die Haustür abgeschlossen ist.

Wer sich als Bauherr für eine Automatisierung interessiert, ist beim Hausbau nicht daran gebunden, sofort voll in die Vernetzung einzusteigen – bereits vorab kann die Grundinstallation eingerichtet werden. Dazu werden die Busleitungen, die die Daten übertragen, separat zum Stromnetz verlegt. Die gewünschten Funktionen werden dann nach und nach miteinander verbunden.

Zwei Beispiele unter den zahlreichen Vorteilen, die ein „intelligentes Haus“ zu bieten vermag: Statt abendlichem Rundgang durch das ganze Haus wird dieses auf Schalterdruck in „Nachtschlaf“ versetzt. Das beinhaltet beispielsweise, dass die Jalousien automatisch schließen, Lampen gelöscht werden, die nicht brennen sollen, und die Heizung auf eine einmal programmierte Nachttemperatur heruntergefahren wird. Ein vorbeugend installiertes Gerät für den Brandfall ist vielfach ein Rauchmelder in der Küche. Stattdessen lässt sich ein komplexes System einrichten, das den Alarm in das Schlafzimmer überträgt, in allen Räumen Licht einschaltet und zudem ein Telefonsignal an die Feuerwehr überträgt.

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