Ein Paradies für Wildbienen im eigenen Garten


Wildbienen leisten einen unersetzbaren Beitrag zur Bestäubung unserer Blumen, Obst- und Gemüsepflanzen sowie Kräutern. Mittlerweile steht allerdings über die Hälfte aller Wildbienenarten auf der „Roten Liste“ gefährdeter Tierarten, da die Insekten aufgrund von Monokulturen nicht ausreichend Nahrung finden. Doch das kann sich ändern: Mit kleinen Anpassungen kann ein Garten zum idealen Lebensraum für Wildbienen werden! Und keine Sorge: Die Tiere sind völlig friedlich, solange sie sich nicht bedroht fühlen.

Wildbienen benötigen vor allem zwei Dinge: genügend Nahrung und eine Behausung. Da die meisten Arten in der Erde brüten, reicht schon ein Stück unbearbeiteter Boden im Garten, den die Bienen dann besiedeln können. Alternativ kann auch ein Bienenhotel aufgestellt werden oder einfach beim nächsten Rückschnitt nicht alles Geäst entsorgt, sondern das Totholz aufgeschichtet und den Insekten so ein Wohnraum geboten werden. Beim Bienenhotel ist zu beachten, dass die offene Seite nach Süd-Ost ausgerichtet ist. Durch diese Platzierung sind die Anflug- und Wetterbedingungen ideal. Allgemein gilt: Was unordentlich aussieht, ist oft ideal als Lebensraum für die Bienen.

Zur Nahrungssuche brauchen Wildbienen vor allem eins: Blüten vom Frühjahr bis zum Herbst. Hier einige praktische Tipps, wie das konkret umgesetzt werden kann:

Frühling
Sobald es etwas wärmer wird, benötigen die Wildbienen einen ersten Nahrungsschub. Dazu eignen sich besonders Frühblüher wie Primeln oder Krokusse. Wenn diese verblüht sind, folgt die Obstbaumblüte von April bis Mai. Hier kann zum Beispiel ein Apfel- oder Kirschbaum gepflanzt werden. Dabei profitieren die Wildbienen von den Blüten und die Gartenbesitzer von den Früchten.

Sommer
Im Sommer kann eine Wiese mit ungefüllten Wildblumen und Rosen als Nahrungsquelle für die Bienen dienen. Da im Hochsommer viele Blumen wieder verblüht sind, folgt die Zeit für die Kräuter: Thymian oder Wilder Majoran sind hier eine gute Wahl. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen einmal zurückgeschnitten werden, um sie erneut zum Blühen zu bringen.

Herbst
Ab September beginnt die Zeit der Herbstblüher: Stauden wie Schafgarbe und Golddisteln, aber auch Sonnenblumen oder Herbst-Astern verschönern einerseits den Garten und versorgen die Wildbienen gleichzeitig bis in den Oktober.

Ein Alptraum für Wildbienen sind Steingärten. Leider liegen die schlichten, wenig pflegeintensiven Schotterbeete aktuell im Trend. In dem pflanzenlosen Garten finden Insekten keinerlei Nahrung. Außerdem heizen sich die Steine stark auf und geben diese Hitze wieder ab, wodurch sich im Sommer wüstenähnliche Bedingungen einstellen können. Durch die richtige Bepflanzung kann das allerdings ausgeglichen werden: Hier bieten sich besonders Sedum-Arten an.

Es kann ganz einfach sein, Kleinigkeiten im Garten zu verändern und damit einen wichtigen Beitrag zum Artenerhalt der Wildbienen zu leisten, ihnen einen Lebensraum zu bieten und wichtige Obst- und Gemüse-Erträge zu gewährleisten.

Also: Viel Spaß beim Pflanzen Ihres persönlichen Wildbienen-Paradieses!