Sicher und auf Zuwachs planen

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Zukunftssicherer Wohnraum steht in enger Verbindung mit vorausschauender Planung. Es ist sinnvoll, nicht nur den aktuellen Bedarf einzukalkulieren, sondern auch spätere Änderungen so vorzubereiten, dass sie kostengünstig erledigt werden können.

Elektroinstallation – je mehr, desto besser
Besonders wichtig ist der Ausstattungsumfang der Elektroinstallation. Überlegungen zu künftigen Veränderungen der Möblierung und auch eventuellen Umnutzungen von Räumen sollten deshalb bereits in der Planungsphase eines Neubaus oder einer Grundsanierung berücksichtigt werden. Darauf basieren Anzahl und Platzierung der Stromkreise, der Steckdosen, der Schalter, der Beleuchtungsauslässe, der Fernseh- und Kommunikationsanschlüsse sowie weiterer Komfort- und Sicherheitsfunktionen. Ihren eigenen Stellenwert hat die Küche: Alle leistungsstarken Hausgeräte wie Herd, Mikrowelle und Spülmaschine benötigen jeweils einen eigenen Stromkreis, um Überlastungen und den „Betriebsstopp“ bei paralleler Nutzung auszuschließen. Gerade in jungen Haushalten aber werden manche Anschaffungen, ein Dampfgargerät zum Beispiel oder die Dunstabzugshaube, auf einen finanziell günstigeren Zeitpunkt vertagt. Sie sollten großzügig berücksichtigt werden, auch durch Steckdosen und die weiteren genannten Komponenten. Abhängig vom Ausstattungswert sind in der Küche bis zu zwölf Steckdosen empfehlenswert. Über den Arbeitsflächen werden Zweifachsteckdosen ausgeführt – eingerechnet werden diese als eine Installation. Damit ist dann auch der Zuwachs an elektrischen Kleingeräten einkalkuliert, und unkomfortables, stetes Ein- und Ausstecken entfällt. Generell gilt: Nachrüstungen werden rund fünfmal so kostspielig wie die Installation im Rohbau oder in der Umbauphase, weil die Elektrik unter Putz liegt und Wände aufgeschlitzt werden müssen. Betroffen ist nicht nur die Küche. Auch andere zukunftsorientierte Ausstattungen lassen sich vorbereiten. Dazu zählen beispielsweise eine Rollladenautomatik an den Fenstern, das Beleuchtungsmanagement im Haus und draußen, atmosphärische Lichtszenarien an Raumdecken und -wänden. Und veränderte Raumfunktionen und -nutzungen: Häufig wird das vormalige Kinderzimmer zum Büro umgestaltet. Vielfach sollen Küche oder Schlafzimmer auch multifunktional mit TV-Gerät, Computer, DVD-Player usw. bestückt werden. Auch wenn das Budget solche Pläne erst später erfüllen lässt, können vorab schon separate Leerrohrstränge verlegt werden.

Checkliste für die Elektroplanung

  • Jedem Raumzugang mindestens eine Schaltstelle zuordnen.
  • Neben Betten und Telefonanschlüssen Doppelsteckdosen einplanen.
  • Steckdosen neben einem Antennenanschluss als Dreifachsteckdosen vorsehen.
  • Mit einer Überspannungsschutz-Steckdose Video-, Audio- und PC-Anlagen schützen.
  • Reserveplatz für einen zusätzlichen Stromzähler in der Hauptstromverteilung einplanen, um nachträglich eine Einliegerwohnung oder auch Solaranlage einrichten zu können.
  • Im Hauptverteiler ein Kommunikationsfeld vorsehen, damit auch künftige Kommunikationstechnologien nutzbar sind.

Bodenbelag: Wohnlich und pflegeleicht
Welcher Boden passt zum eigenen Bedarf? Die Freude an einem hochflorigen hellen Teppichboden aus kostbarer Wolle ist in einem Haushalt mit kleinen Kindern schnell verflogen. Robuste Nadelfilz-Auslegeware, auf der Kinderwagen und Bobbycar gut rollen, ist passender. Glatte, großformatige Fliesen können in den Nassräumen oder im Flur altersunabhängig zur Rutschfalle werden – erst die jeweils charakteristischen Belagseigenschaften entscheiden über dauerhafte Zufriedenheit.

Hier drei Beispiele
Parkett/Laminat:
Holzbeläge oder Beläge mit Holzoptik wirken wohnlich und sind langlebig, fußwarm und pflegeleicht. Es können Kratzer entstehen, doch Parkett lässt sich abschleifen, wenn diese Abnutzung stört. Stehendes Wasser kann zum Aufquellen der Nahtstellen zwischen den Parkettelementen führen. Für Geräuschempfindliche störend: Die Schallübertragung beim Auftreten; dämmende Einzelteppiche steigern den Pflegebedarf des Raums, können jedoch auch zu Stolperfallen werden.

Glasierte Keramikfliesen:
Sie werden vornehmlich in Küche, Bad und Flur eingesetzt, hierfür geeignet sind die Beanspruchungsgruppen III und IV: Diese Fliesen sind strapazierfähig, sehr lange haltbar, kratzfest, hitze- und chemikalienresistent und pflegeleicht. Fliesen sind aber auch tritthart, nicht schallschluckend und fußkalt; aus dem letzten Grund werden sie gerne mit einer Fußbodenheizung kombiniert.

Elastische Beläge:
Darunter fallen PVCBöden, Linoleum, Kautschukbeläge. Erhältlich ist Platten- sowie Bahnenware, die vollflächig verklebt wird. Diese Materialvariante ist strapazierfähig und abriebfest, langlebig, pflegeleicht, trittfest und schalldämmend – und somit ideal für Haushalte mit Kindern.

Unter den Wandbelägen haben in Wohn- und Schlafräumen Tapeten sowie Anstriche und Putze die Nase vorn, in Küche und Bad die Fliesen, meist in Kombination mit einem Anstrich und/oder einer Tapete im oberen Wanddrittel. Anders als bei den Böden ist eine Renovierung, sieht man von den Fliesen ab, keine große Sache. Warum also zukunftsorientierte Überlegungen anstellen?

Tapeten: Einfach abwischen
Aus gesundheitlichen Gründen zum Beispiel: Hausstauballergiker sollten auf erhaben geprägte Tapetenmuster und auf Textiltapeten verzichten und glatte Materialien wählen, auf denen sich Staub nicht so schnell absetzt. Weil Zeit und Mühe für die Pflege gering gehalten werden sollten: Für die Küche werden Nischenverkleidungen aus Naturstein, Glas, Kunststoffen angeboten, die schön aussehen und gleichzeitig die Reinigung erleichtern. Fettspritzer über dem Kochfeld etwa können so einfach abgewischt werden. Um die Wände nicht so schnell renovieren zu müssen: Tapetenrollen sind durch Symbole nach EU-Norm gekennzeichnet. Ein Teil dieser Symbole betrifft die Verarbeitung, angegeben wird aber auch die Reaktion auf Wasser und Licht. So lässt sich leicht feststellen, ob das ausgewählte Muster praller Sonne standhält und somit in der Küche wasserlösliche Verschmutzungen feucht entfernt werden können.

 

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